Freitag, 18. März 2011

El Mirador - der Beweis dafuer, dass es keine Grenzen gibt (Guatemala)
















5 Büchsen Thunfisch, 1 Kilo Hafer, 2 Beutel Pulvermilch, 3 Säcke Püree schwarzer Bohnen, 1 Kilo Reis und ein Paar Quicksuppen.... Gut versorgt, steigen wir zu dritt in Flores in den wohl gemütlichsten chicken Bus ever ein. Erst einmal geht's vom Mercado nuevo zum Mercado viejo, wo es noch einmal eine halbe Stunde Halt gibt um den Bus auch so voll zu kriegen, dass es sich lohnt 4 Stunden in die Pampa hinaus zu fahren.. Danach geht es für ca. 10 Minuten weiter, wo wir dann für weitere 20 Minuten auf die Frau des Chauffeurs warten... In der Mitte der atemberaubenden Fahrt durch die guatemaltekische Savanne, gönnt sich der Herr Chauffeur dann ein Schwaetzchen und ein Zigarettchen mit uns. Endlich kommen wir in dem verschlafenen Dörfchen Carmelita an, wo wir uns mit dem Rest des Abenteurer Trupps treffen. Ganz viele Rastakoepfe sind nun am Start, um die grosse Wanderung anzutreten. In Carmelita scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Jedes Haus ist hier irgendwie ein Hotel und so sinken wir im Hinterhof unseres Guides in den Schlaf.
Morgens geht's dann früh los. Zwei Maultiere werden, hauptsächlich mit Trinkwasser, bepackt und schon bald findet sich der Trupp in immer dichteren Jungle. Der Anfang eines 5 tägigen Trip in unberührte, pure Natur. Das erste Lager ist dann auch schon umrundet von riesigen Maya Ruinen. Hier jedoch noch völlig vom Urwald überwachsen und nur als riesige Hügel und erkennbar. Bei der Aussicht, die sich nach dem Aufstieg auf die erste Pyramide vor unseren Augen eröffneten, blieb mir den Atem weg: bis an den Horizont säumt sich Baum an Baum. Nie in meinem Leben habe ich so etwas eindruckvolles gesehen! Alles scheint hier im Einklang zu sein. Berührend, voller Energie!
Am nächsten Tag geht's dann weiter zur Hauptattraktion . "El Mirador" ist die größte Maya-Metropole aus der Präklassik. Die Ruinen liegen in El Petén, dem nördlichsten Departmento Guatemalas und gerade Mal 5 Kilometer von der Mexikanischen "Grenze" entfernt. Die erneut unglaubliche Aussicht von dem 72m hohen Pyramitentempel "La Danta", zeigt einem nur all zu klar, wie absurd die willkürliche und abstrakte Grenzziehung unserer Politiker ist. Denn die Natur kennt keine Grenzen... alles ist grün, alles ist lebendig, alles ist eins! La Danta ist ausserdem bemerkenswert, weil es nicht nur die höchste bisher entdeckte Maya-Pyramide ist, sondern auch eine der größten weltweit! In ganz Amerika findet man nichts vergleichbares und mit einem Volumen von 2.800.000 m³ kann sie sich sogar mit den Ägyptischen Giganten messen: Die berühmte Cheops-Pyramide überragt sie z.B. über 200.000m ³ ....und das alles ohne die Erfindung des Rades.... Hut ab!
Die Stadt wurde etwa 50 n. Chr. von ihren Bewohnern verlassen. Dies entspricht ganz meiner, nun offensichtlich revidierten, romantischen westlichen Sicht vom plötzlichen, mystischen Untergang der Maya Kultur. Die Mayas des Miradors stellen hier jedoch eine Ausnahme. Als die Europäer im 16 Jahrhundert ins Maya Reich eindrangen, fanden Sie eine quicklebendige, Mayakultur vor. Diese wurde jedoch schnell als barbarisch und unterentwickelt abgestempelt und so wurde auch der darauf folgenden Völkermord durch die Spanier legitimiert. Gluecklicherweise ueberlebten die Mayakultur in Guatemala teilweise und so werden hier bis heute 23 (!) verschiedene Maya sprachen gesprochen. Ein hoch auf Guatemaya!!

Samstag, 5. März 2011

Die Hochburg der Kunst und der Feste - Xela (Guatemala)











Das Casa Argentina, ein Gemisch zwischen Studentenheim, ultrabilligem Hostel und Volontären verbindet in Xela Leute aller Herkunft. Hier habe ich 3 Wochen voller Farben, Strassenkunst, Film und Kreativität verbracht. Dank dem Besuch eines Dokumentarfilfestivals, habe ich nun auch ein neues. besseres Verständnis über den Krieg und wie die Leute sich heute in Bezug auf diesen fühlen. Die 2 Dokumentarfilme wurden von einem Finnischen Regisseur 1982 gedreht und konnten in Guatemale, bis heute, 30 Jahre später nicht gezeigt werden. Zu gefaehrlich waere es gewesen, denn auch nach dem Krieg haben viele Militärs die Fäden der Macht in den Haenden behalten. Bis heute sitzt ein, am damaligen Genozid beteiligter General im Parlament.

Links für Interessierte:
http://www.elperiodico.com.gt/es/20110327/elacordeon/193129/
http://www.iskacine.com/downloads/folleto_festival.pdf

Eine aufmüpfige Studentenbewegung hat mir zudem eine andere, kritische Betrachtung über das heutige Guatemala und seine Politik gegeben. Mit Witz und Theater haben sie vermummt ihre Nachricht unters Volk gebracht.

Eine ganz andere Seite Xelas ist dessen unglaubliche Vielfalt an Natur! Vulkane, heisse quellen und subtropischer Wald auf über 2000 Höhenmeter. Für gerade mal 40.- Rp. besuchten wir heisse Quellen. Eine Wanderung brachte uns zum, für die Mayas heiligen, unaktive Vulkan Chicobal, dessen Kratersee fast immer vom Nebel umworben ist.

Und zu guter letzt kam auch die Bildung nicht zu kurz. Seit nun mehr als 6 Monaten spreche ich das Spanisch eines Strassenmischlings :-) Um dem ein bisschen engegen zu wirken wurde fleissig, Subjuntivo, Imperativo und Pasado studiert. Übrigens ist Xela eines der besten und billigsten Ziele für Spanisch Beginner: Eine Woche mit Gastfamilie inkl. Essen kostet gerade mal 150 CHF.

Orale Guatemale, hola Mexico!

Montag, 14. Februar 2011

Lago Attitlan y la finca de David - San Pedro / San Marcos / Tzununa (Guatemala)











Und da ist es wieder mal Zeit, meinen lieben Leuten Bericht zu erstatten, wie es mir als Weltenbummlerin ergeht. Der Lago Attitlan hat mich magisch in seinen Bann gezogen. Nach Ankunft war ich erst einmal geschockt über die Realität Guatemalas, der Abfall, die Armut, die Kinderarbeit ...alles schien mir extrem "abgefuckt" nach der für den Tourismus hergerichteten Seifenblasenstadt Antigua. Doch gerade deshalb fühlte ich mich hier schliesslich so wohl - auch wenn nicht abzustreiten ist, dass der Ort durch den Tourismus extrem Verändert wurde, ja sogar aufstand in der Einheimischen Bevölkerung auslöste, ist es doch irgendwie echt hier. Gerade der Fakt, dass die Einheimischen hier noch etwas zu sagen haben gibt dieser Traumlandschaft seine Stärke. Erste Station war San Pedro - Dorf der Hippies und Drogen. San Pedro la Locura (San Pedro die Verrücktheit), so nennen es die Einheimischen hier. Einmal angekommen, wird der Paco, ein Guatemaltekischer Musiker sofort zu mein Freund. Wir beide scheinen Strassenkünstler zu sein und so verbindet man sich zu einer Djembe-Gitarren-Feuer Show. Und als wir in Aktion sind, stossen mehr und mehr Feuerkünstler dazu und so streifen wir zu fünft als Feuercrew durch die Strassen. Und jah... endlich wieder mal anständige elektronische Musik, ein DJ aus Deutschland, feinster minimal Progi ...dritter Raum lässt gruessen :-) Doch bald steige ich ins Boot, dass mich San Marcos führt. San Marcus la Laguna ist das Dorf der Spirituellen Hippies - ohne Yoga oder Meditationsabsichten ist man hier ziemlich out. Doch ich kann dises Doerfchen von einer anderen Seite entdecken, denn die Verbindung mit dem verrückten Japaner und dem guatemaltekischen Musiker, gibt mir ein Einblick in das Leben von Tag zu Tag. Das Leben, welches hier so viele fuehren. Morgens teilt man zu dritt ein Teller Frühstück abends machen wir dann ne Show und als Gegenwert gibt's was in den Magen und ein Sofa im Innenhof zum pennen. Das Leben könnte nicht schöner sein, bescheidenes Leben lernt einem, die Dinge noch mehr zu schätzen. Der Kopfsprung von der 7 Meter hohen Plattform in den See ist befreiend... Da können auch die erneut aufgelesenen Parasiten meine Laune nicht trüben :-) Und schliesslich geht's nach Tzununà... selbst für die meisten Guatemaltecos ist dies ein schwarzer Fleck auf der Karte. Tzununà ist ein kleines Dörfchen neben San Marcos. Um die Sache abzurunden, gebe ich auch diesem Stückchen Erde einen Namen: Tzununà la Natura :-) Dorf der Mayas und Fincas ....hier hab ich ein Ort der Stille und Kreativität gefunden der mich für all diese Zeit vom Computer ferngehalten hat. Für 3 Wochen habe ich meine Energie dem Proyecto Nuevo Mundo (http://elproyectonuevomundo.blogspot.com) gewidmet. Kurz gesagt ist dies ein Volontär Projekt für den Aufbau eines biologischen Permakultur (http://de.wikipedia.org/wiki/Permakultur) Bauernhof mit Café-/Avocadoplantage und riesigem selbstversorger Garten. Ziel des Projektes ist schliesslich auch gratis Workshops für alle Interessierten anzubieten, um das Bewusstsein von nachhaltigem Handeln in der Welt zu stärken. Doch noch ist man hier nicht so weit. Erst wird mal die alte Farbe von dem Haus gebürstet, die neue Küchenablage lackiert, ein Pizzaofen aus Lehm, Sand und Tannenadeln erstellt, Mauern und Treppen im Garten gebaut, Erdsaecke mit fruchtbarer schwarzer Erde ausgegraben, allerlei Gemüse wird gepflanzt. Daneben fallen die Lebenserhaltenden aufgaben an wie z. B. Kaffee zu pflücken um etwas Geld zu verdienen, Kochen und Abwaschen für 10 Leute, Putzen und Erdlöcher für die Toilette graben und vieles vieles mehr.... Obwohl es eine Freiluftdusche auf einem Stein mitten in der Plantage hat, gingen wir uns oft einfach beim Wasserfall baden. Dort hat's ein wenig mehr Druck auf der Leitung und was gibt's schöneres als sich neben einer Insel voller wilder Bananen zu sonnen und trocknen? Tausend Glühwürmchen, millionen von Sternen, die Natur umarmt einem hier, erschöpft und mit einem kleinen Rest der Kaleidoskopsicht schlafe ich ein...

Dienstag, 25. Januar 2011

Hippiekaefer - Antigua (Guatemala)



Und da war ich zurueck in Antigua. Ein Staedtchen voller Leben und Farben. Mit nem VW Kaefer cruise ich mit den Chapinos durch die Strassen. Super Zeit! Danke an allle die dazu beigetragen haben :-) Talegissima!

Dienstag, 18. Januar 2011

Dort, wo sich das Wasser versteckt - Lanquín / Semuc Champey (Guatemala)







Wenn der Wassergott die Welt gestaltet haette, dann saehe wohl alles so aus. Im angesicht der Schonheit dieses Ortes gehen einem die Worte aus. Aber nicht nur die tuerkies Farbenen Naturpools, auch das Hostel im nahe gelegenen Lanquin hats in sich. Sauna, Flusssurfen und wie koennte es anders sein.... Feuershows :-)

Was dieser Teil Guatemalas auch interessant macht ist der kulturell/linguistische Hintergrund. Die Leute hier sprechen Kekchí und stammen von den Mayas ab. Insgesamt gibt es heute über 420.000 Kekchí von welchen der Grossteil in Guatemala lebt. Ya ma! Es ist sehr fein, so weit sind meine Kenntnisse schon gekommen. Doch zurück zur Buena Onda!

Paradies fuer Voegel und Reiche - Rio Dulce / Castello de San Felipe (Guatemala)













Und da geht's für ein Wochenende zum Rio Dulce. Für mich ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Aber die Einladung einer Einheimischen Familie überzeugt und so gehts in Richtung Karibikküste. Meine Gastgeber sind superreich und so gibt's schon mal ein Ausflügchen mit der Jacht durch den suessen Fluss nach Livingstone. Die Natur hier ist überwaeltigend! Die Familie bei der ich zu Besuch bin nimmt mich super lieb auf. Es war sehr interessant auch in dies Gesellschaftsschicht reinzusehen. Alle hier sind weiss, für mich ein erstaunlicher Fakt, da ja die Eroberung durch die Spanier zurück im 17. Jahrhundert liegt... Die Gesellschaftstrennung ist bis heute erhalten und weitgehend akzeptiert. Jeder hier hat Hausgehilfen mit indigener Abstammung. Irgendwie macht mich das nachdenklich...

PS: der Bock der da so freundlich in die Kamera lächelt hat mir die Hoerner in den Hintern gerammt. Auch das scheint Teil von Guatemala zu sein *lol*

Montag, 17. Januar 2011

Geschichte vs. Party - Antigua / Pacaya (Guatemala)









Seit Wochen hab ich nicht mehr so viele Travellers gesehen. Natürlich hat das auch einen Grund: Antigua ist ein super schönes kolonialstil Städtchen mit 1A Partypotenzial. Auf Rate des weisen Papas, mach ich mich dann auf den Weg auf den Pacaya. Natürlich ist alles anders als vor 35 Jahren und so ist Pacaya heute ein gut Überwachter Naturschutzpark und Einlass wird nur mit einer geführten Tour gewaehrt. Manchmal beneide ich den Papa schon! Er konnte diesen Teil der Erde sehen, bevor alles kommerzialisiert und kontrolliert wurde. Nichts desto trotz war der Ausflug zum aktiven Vulkan Pacaya ein unglaubliches Erlebnis. Die Aussicht war Atemberaubend :-)